Revolutionen der Sinne – Die Ästhetik von Luft- und Raumfahrt

Revolutionen der Sinne: Die Ästhetik von Luft- und Raumfahrt

Hier zuerst die Ankündigung der Stadt Köln: Am Montag den 7. Januar 2013 um 17.00 Uhr findet erneut eine WiR (Wissenschaft im Rathaus) -Vorlesung statt. Dazu laden wir Sie herzlich in den Spanischen Bau des Kölner Rathauses ein.


Revolutionen der Sinne: Die Ästhetik von Luft- und Raumfahrt. Wenn wir technische Errungenschaften als mediale Revolutionen begreifen, dann bildet die Luft- und Raumfahrt eine der herausragenden Ästhetiken des 20. Jahrhunderts. Techniken des Betrachtens wie Landkarten, Fernrohre, Fotokameras, der Blick aus fahrenden Zügen oder Flugzeugen, haben unsere Sehgewohnheiten radikal geändert. Prof. Dr. Breidenich zeigt auf, wie sich diese erweiterten Wahrnehmungen in den bildenden Künsten, bei der Gestaltung unseres Alltags und der digitalen Kommunikation widerspiegeln.

Die Ehre im Ratssaal des Kölner Rathauses einen Vortrag zu halten, wurde mir erst heute morgen bewusst, als ich den Spanischen Bau zum ersten Mal besuchen durfte. Eine würdige Atmosphäre, kaum vorstellbar für einen Vortrag und eine tolle Initiative der Stadt Köln, Bürgern Wissenschaft nahe zu bringen. Die Kölner Hochschulen stellen jährlich jeweils einen Lehrenden, dem diese Ehre zu Teil wird.
Es gibt wie jedes Jahr ein übergeordnetes Thema, das auf den ersten Blick wenig mit Design und Ästhetik in Verbindung gebracht werden kann. Wenn man jedoch länger nachdenkt, liegt da einiges auf der Hand. Betrachtet man Luft- und Raumfahrt als Medien im McLuhan’schen Sinne, dann liegt die Frage nahe, was sich durch diese Medien eigentlich im menschlichen Bewusstsein verändert hat. Neben der Tatsache des technischen Fortschrittes gibt es ja weitaus mehr. Unser Blick auf die Erde zum Beispiel. Der Blick von oben, der unsere Erde plötzlich ganz anders aussehen lässt: zerbrechlich, klein und fragil. Was dadurch bewegt wurde, kann jeder – zumindest in meiner Generation – versuchen sich mal vorzustellen.

So techniklastig das Thema auch ist: Von der Technik sind – wie so oft – wenige direkt betroffen. Dafür ist die Modifikation unserer Weltsicht seit der Kommerzialisierung von Flugreisen und den Bildern aus dem All der 60er Jahren nicht zu unterschätzen.