Retro-Ästhetik – Ein Stadt-Parcours durch die Historie zur Erhaltung der Zukunft

An markanten Stellen der Kölner Innenstadt wird das Konzept der Rekonstruktion von Geschichte zur Vergegenwärtigung der Vergangenheit als Kulturtechnik dargelegt. Wie kann man die Vergangenheit als ehemalige Zukunft fassen um Aussagen über Wahrscheinlichkeiten, Möglichkeiten und Gestaltung aktueller Zukunft zu filtern? Warum sind die meisten von Menschen erhofften und erdachten Zukünfte nicht eingetreten?

Sogenannte Nachkriegsbausünden werfen ihre Schatten auf mittelalterliche Kirchen, die wiederum zwischen Rewe, Bürogebäuden und Büdchen im Alltag kaum auffallen. Selten mal ein zeitgenössisches gelungenes Kunst- oder Bauwerk, dazwischen neuere und ältere Ruinen, Streetart, viel Selbstgebasteltes, unbekannte Highlights, ein Potpourri aus Wirtschaftswunder und Kriegstrauer.

Eine bewusste und geübte ästhetische Praxis Lebenswirklichkeiten, wie z.B. die Stadt mit ihren gewachsenen Strukturen als Kultur-, Konsum-, Sozial-, Arbeits-, Verkehrs- oder Spiritualraum zu interpretieren führt zu verblüffenden Erkenntnissen: Werden Kaufhäuser, Kirchen, Denkmäler oder Straßen als Design im Sinne einer bewussten Gestaltungsabsicht gelesen, dann eröffnen sich neue Blicke jenseits etablierter kunsthistorischer Formate. Denn dann tritt die Notwendigkeit zutage Vergangenes und Gegenwärtiges in einen Zusammenhang daraus resultierenden wahrscheinlichen Zukunft zu bringen.

Der Parcour ist thematisch flexibel. Im Kern folgt er der hier aufgeführten Strategie. Mögliche Themenpools bilden: Kunst-, Kultur-, Designgeschichte, Architektur, Bildende Kunst, Industriekultur, …
Die Fotos zeigen einen Parcours im Rahmen der Werkstatt “Ich bin Ihr” des raum13 Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste am 3. September 2017 (Konzept und Künstlerische Leitung: raum13 Kolacek & Leßle, Fotos: Marc Leßle)
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